Corona – was nun?
Wie Unternehmen und ZD.BB-Partner auf die Krise reagieren

Gesundheit und Wohlbefinden stehen für Jochen Baier gerade zu COVID 19-Zeiten an erster Stelle. In seiner Backstube und den Fachgeschäften tun sein Mitarbeitenden alles dafür, das Virus einzudämmen. Wie die Digitalisierung die traditionelle Handwerkskunst unterstützten kann, hatte das ZD.BB in einer Erfolgsgeschichte berichtet (https://www.zd-bb.de/baier/). Das tägliche Brot bekommt in der Krise für viele einen ganz anderen Stellenwert. Besonders, wenn man in Quarantäne ist oder das Haus nicht verlassen kann. Bäcker Baier bietet in seinem Online-Brotshop einen Brotversand per Paketdient an. Von Dienstag bis Donnerstag kann man sich tagesfrisch sein Bio-Brot direkt nach Hause liefern lassen. Speziell verpackt, kommt das Brot sicher an und bleibt frisch und saftig. Jochen Baier geht es nicht nur um die Versorgung mit Nahrungsmitteln. Sondern er freut sich, wenn er trotz Corona mit seinen Backwaren den Menschen ein paar genussvolle Momente schenken kann.

Andreas Weeber, Geschäftsführer der Weeber Gruppe hielt im Dezember 2019 einen Implusvortrag beim ZD.BB-Digitalfrühstück und verdeutlichte, wie sein Autohaus die digitalen Herausforderungen meistert. Durch Corona stehen sein Betrieb und der gesamte Automobilhandel nun vor ganz anderen Problemen, aber gerade auch digitale Lösungen helfen, die Krisenzeit zu bestehen. Die persönliche Verkaufsberatung vor Ort war bis 20. April nicht mehr möglich, geöffnet hatte nur die Werkstatt. Gerade beim Fahrzeugkauf sind aber der unmittelbare Eindruck, die Beratung vor Ort und das Fahrerlebnis wesentliche Faktoren im Entscheidungsprozess. Die Verhinderung der Ausbreitung des Coronavirus hatte jedoch Vorrang und so waren nur die Suche und der Kauf von Fahrzeugen online möglich. Videos zum jeweiligen Fahrzeugzustand im Fall von Tageszulassungen, Vorführ- oder Gebrauchtwagen wurden vom Autohaus zur Verfügung gestellt. Neufahrzeugbestellungen waren ebenfalls komplett digital möglich und die gesamte Vertragsabwicklung des Fahrzeugkaufs erfolgte auf Wunsch ebenfalls digital. Dem Autohaus Weeber ist es angesichts der Corona-Pandemie sehr wichtig, auch die Mitarbeitenden des Gesundheitswesens mobil zu halten. Weeber schenkt daher den ausgewählten Berufsgruppen einen kostenlosen Räderwechsel sowie 1.000 Euro bei einem Gebrauchtwagenkauf (mehr Details: https://www.autohaus-weeber.de/aktionen/wir-halten-euch-mobil/).

Ein bedeutender Kooperationspartner des ZD.BB ist die Hochschule Reutlingen. Als Bildungseinrichtung stand die Hochschule Reutlingen nun vor der Herausforderung zu entscheiden, wie der Lehrbetrieb in Zeiten von Corona weiterhin aufrechterhalten werden kann. Kurzfristig anberaumte Online-Lösungen verliefen in den vergangenen Wochen erfolgreich, so dass nun der Beschluss gefallen ist, das am 20. April 2020 startende Sommersemester ausschließlich mit Online-Angeboten abzuhalten. Bedeutet im Klartext: Der Campus bleibt für die Lehre geschlossen, lediglich Verwaltungstätigkeiten werden im notwendigen Rahmen vor Ort abgehalten. Vorlesungen werden ausschließlich online abgehalten. Hierfür sind verschiedene Online-Tools vorgesehen, die im Vorfeld getestet und nun mittels Anleitungen und Tutorials für alle Studierenden zugänglich gemacht werden.

Erste Umfragen zeigen, dass die Online-Angebote in den letzten Wochen gut angenommen wurden und sowohl unter den Studierenden als auch unter den Professoren weitgehend auf Zustimmung stoßen. Natürlich gibt es hier Unterschiede zwischen den Studierenden bzw. zwischen den Studiengängen. Prof. Dr. Alexander Rossmann, Sprecher des Herman Hollerith Lehr- und Forschungszentrums, das der Fakultät Informatik der Hochschule Reutlingen angehört, sieht den kommenden Wochen positiv entgegen: „Wir unterrichten hier am Herman Hollerith Zentrum die Studiengänge Digital Business Engineering und Digital Business Management. Der Umgang mit digitalen Tools zur Kommunikation ist für unsere Studierenden eine Selbstverständlichkeit und teilweise sogar Bestandteil von Studienleistungen bspw. im Rahmen von Projekten, so dass wir keine größeren Probleme erwarten.“ In anderen, weniger „technik-affinen“ Studiengängen der Hochschule Reutlingen kann es da schon eher Umstellungsschwierigkeiten geben.

Um die Studierenden so gut wie möglich auf das Online-Semester vorzubereiten, wurde daher vom Präsidium der Hochschule neben Anleitungen und Video-Tutorials auch eine Checkliste mit allem was zu beachten ist, herausgegeben. Alexander Rossmann erklärt: „Neben den technischen Voraussetzungen, die für die Online-Vorlesungen benötigt werden, findet man hier auch Dos und Don’ts, zum Beispiel den Hinweis, dass das eigene Mikrofon ausgeschaltet sein sollte, Handmeldungen online möglich sind und man auf einen störungsfreien Hintergrund achten sollte.“

Wichtig war natürlich auch das Thema Datenschutz im Vorfeld abzuklären ebenso wie die Prüfungsmöglichkeiten zu Semesterende. „Es wurde alles bestmöglich vorbereitet, jetzt werden wir gemeinsam mit den Studierenden diese spannende Erfahrung machen und sicher noch jede Menge für die Umsetzung dazulernen“, so Alexander Rossmann.

Neben der Lehre spielt natürlich das soziale Leben eine große Rolle. „Wir alle erinnern uns an unsere Ausbildungs- oder Studienzeit. Da steht das soziale Leben im Mittelpunkt und natürlich fehlt den Studierenden jetzt der direkte Austausch untereinander. Hier sind Ideen der einzelnen Fakultäten, der Professoren aber auch der Studierenden selbst gefragt, um den Zusammenhalt und den Austausch unter den Studenten zu stärken. Außerdem ist ganz entscheidend, dass wir Professoren für die Studenten weiterhin greifbar sind, auch wenn man sich nicht sieht.“

Das ZD.BB mit Sitz in Böblingen ist die zentrale Anlaufstelle für Unternehmen und Startups aus der Region Stuttgart rund um die Themen der Digitalisierung.